Vom Hobbyspieler zum Rakeback-Profi
Von picasso25,
06.04.2009,
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Servus miteinander,
mein Name ist Mathias, im Forum besser bekannt als Picasso25, und ich möchte mich in meiner Funktion als Trainer kurz vorstellen.
Bei IntelliPoker bin ich nun schon lange aktiv und seit Mai 2008 führe ich im Community-Blogbereich ein Tagebuch, aus dem mich bestimmt schon viele kennen.^^ So ein Tagebuch ist etwas sehr Schönes, da man in Kontakt mit Spielern treten kann, die einem bei schwierigen Situationen mit Rat und Tat zur Seite stehen, eben das, was eine Poker-Community ausmacht.
Für alle, die mich noch nicht kennen:
Ich heiße Mathias, bin 21 und spiele schon recht lange online.
Jedoch habe ich lange Zeit ohne BRM gespielt und so öfters meinen Wehrsold verspielt als mir lieb war.
Dann entschied ich mich Anfang Januar 2008, dass es so nicht weitergehen könne.
$40 eingecasht, eine bis dato nie gespielte Variante ausgewählt, viel Literatur und Software besorgt und mich an Fixed-Limit probiert.
Angefangen habe ich mit 0,05/0,01-FL-Fullring und mit Theoriebüffeln ging es dann peu à peu in den Limits hoch.
Anfang Mai, mit Beginn meines Blogs, bin ich dann zu Shorthanded gewechselt, wo ich mich als guter Winningplayer bei $5/$10 etablieren konnte.
Bis heute spiele ich die Limits FL-Shorthanded bis 5/10 und öfters auch mal NL100, um einen Ausgleich zum durchaus brutalen FL-Alltag zu schaffen.
Mutiger Schritt
Den ersten mutigen Schritt in meinem noch jungen Leben habe ich Ende März vor ca. zwei Wochen gewagt.
Ich entschied mich dazu, mein Studium abzubrechen, um mehr Zeit dem Pokern widmen zu können.
Da ich noch relativ jung bin und mein 1. Semester in BWL alles andere als glorreich war, fiel die Entscheidung auch nicht allzu schwer.^^
Nun fragen sich bestimmt viele, was denn ein Rakeback-Grinder überhaupt sein soll …
Ich erkläre es mal:
Dieses Jahr werde ich zu 99,9 % den Supernova-Elite-Status erreichen.
Das Problem: So ein Status bringt viel Aufwand mit sich und neben dem Studium wäre dies nur sehr schwer machbar gewesen, das Studium hätte zumindest sehr darunter gelitten.
Deshalb mein Schritt, das Studium zu unterbrechen und erst 2010 im Oktober zum Wintersemester wieder anzufangen.
Aber wie verdiene ich mein Geld?
Durch das Spielen an den Echtgeldtischen bezahlt man einen Rake, eine Gebühr, die PokerStars einbehält.
Ich sammle aber bei jedem Pot ab $8 und höher VPP.
Je mehr VPP man erspielt, desto höher steigt man im VIP-Level bei PokerStars auf.
Neben den VPP gibt es nun auch noch FPP, das sind Punkte, die man extra sammelt. Je höher nun der VIP-Status ist, desto mehr FPP bekommt man.
Beispiel:
Ist man GoldStar, bekommt man für jeden VPP zwei FPP.
Als Supernova sind es schon 3,5 FPP pro VPP.
Von den VPP kann man sich aber nix kaufen, sondern nur von den FPP, und da wird es interessant.
Bei PokerStars gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, um von den FPP zu profitieren.
Als Supernova lohnt sich für mich z. B. der Cashbonus am meisten, der 250.000 FPP kostet und einen Wert von $4.000 hat.
Wenn ich nun FL-Shorthanded an zwölf Tischen auf dem Limit $3/$6 spiele, schaffe ich in der Stunde etwa 1.000 Hände.
Auf 3/6 gibt es ca. 80 VPP/100 Hände, was dann für mich effektiv pro Stunde mit 12-Tabling 800 VPP bzw. 2.800 FPP bedeuten würde.
Auf dem Weg zum Supernova-Elite-Status bekommt man zusätzlich Cashrewards in Form von Milestones, die einen Wert von $28.000 darstellen.
Neben den 3.500.000 FPP bekommt man beim Erreichen des Elite-Status zusätzlich Live- und Onlineturnier-Entrys im Wert von ca. $30.000.
Die FPP, die ich durch das Spielen auf PokerStars bekomme, sind im Prinzip nichts anderes als Rakeback, ich bekomme also vom Rake, das ich an PokerStars abführe, einen gewissen %-Satz in Form von FPP zurück.
Nun sieht man, dass es sich als Massgrinder sehr lohnen kann, wenn man die Zeit hat, innerhalb eines Jahres eine Million VPP zu erspielen.
Vor- und Nachteile vom Rakeback-Grinden:
Vorteile:
Allein durch das Spielen kann man sehr viel Geld in Form von FPP und Milestones erwirtschaften und das bei relativ kleinen $-Swings an den Echtgeldtischen.
Man kann ein relativ konstantes Einkommen erzielen, sodass die Sicherheit von regelmäßigen Einnahmen so gut es geht gewährleistet ist.
Nachteile:
Durch das extreme Multitablen und die Zeit, die man investieren muss, ist man häufig unkonzentriert und alles wird nach einer gewissen Zeit sehr monoton und stupide.
Durch die vielen Tische, die man spielen muss, hat man weniger Zeit für Entscheidungen und man macht so automatisch mehr Fehler als ein Spieler, der an zwei bis vier Tischen spielt.
Durch die steigende Anzahl an Fehlern und die besser werdenden Gegner ab $2/$4 sinkt die Winrate.
Man muss fast soweit gehen, dass die meisten Spieler auf 3/6 und höher mit 8+-Tabling zu Loosingplayers werden, obwohl sie bei zwei bis vier Tischen evtl. zu guten Winningplayers gehören würden.
Da man auf lange Sicht somit slightly Loosingplayer bzw Break-even-Spieler ist, steigen die Swings, da diese bei einer niedrig zu erwarteten Winrate natürlich steigen.
Dies führt dazu, dass man oft herbe Verlustsessions erleiden muss, die es gilt psychisch so gut es geht wegzustecken.
Ich persönlich habe mich mit dem Rakeback-Grinden angefreundet, da man selbst bei Verlusten von $20.000 bis $30.000 im Jahr an den Tischen trotzdem ca. $70.000 Gesamtplus erzielt, vorausgesetzt, man schafft Supernova Elite.
Nun plane ich natürlich nicht mit 30k Verlust, sondern hoffe, noch zusätzlich Profit an den Tischen erzielen zu können.
Mit dieser Entscheidung zum Rakeback-Profi verbaut man sich zwar die Möglichkeit, in die Highstakes-Regionen vorzudringen, allerdings habe ich keine $-Tagesswings im Wert eines Neuwagens, wo ich mir nicht sicher wäre, ob das meine Psyche so leicht mitmachen würde.
Wichtig fürs Rakeback-Grinden ist natürlich ein sehr konservatives BRM, da man als 12-Tabler höhere BB-Swings erleiden muss als ein 2-Tabler.
Ich bin nun sehr gespannt, wie ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen kann.
Meine Wohnung in Bamberg habe ich schon gekündigt und ausgeräumt.
Nun heißt es, eine Wohnung in Innsbruck zu finden und spätestens ab Juni dort zu wohnen.
Vorerst wohne ich nun noch für zwei Monate bei meinen Eltern, die mein Unterfangen voll unterstützen.
Ziele habe ich mir natürlich auch gesteckt:
2010 spiele ich zu 100 % die PCA auf den Bahamas mit, außerdem sind Monte Carlo und mehrere Wochen Las Vegas geplant.
Zudem möchte ich nächstes Jahr nochmal Supernova Elite erreichen und dann das ersparte Geld sinnvoll anlegen/investieren.
Damit ihr auch mal wisst, wie so ein bekloppter Nerd aussieht, habe ich ein Bild herausgesucht.^^

Trainertätigkeit
Seit Febraur 2009 bin ich bei IntelliPoker Trainer für Fixed-Limit Shorthanded.
Montags um 19:00 Uhr und mittwochs um 18:00 Uhr könnt ihr mein Training besuchen.
Solltet ihr knifflige und interessante Hände gespielt haben, könnt ihr mir diese sehr gern via PM zukommen lassen.
Wichtig ist, dass ihr mir diese Hände in der rohen englischen HandHistory zukommen lasst.
In den Trainings werde ich dann die Hände besprechen und mit euch analysieren, damit ihr schnell euer Spiel verbessern könnt.
Das war’s dann auch schon von mir. Mein Eintrag ist nun doch etwas länger (lol) geworden, aber das ganze Rakeback-Grinden zu erklären ist nicht so einfach.
In Zukunft werde ich hier vorrangig Hände besprechen.
In diesem Post wollte ich mich nur einmal vorstellen, schließlich sollt ihr ja auch wissen, mit wem ihr es zu tun habt, wenn ihr mein Coaching besucht.^^
Ich wünsche euch allen eine schöne Woche und wenn ihr Fragen habt, dann besucht doch mal meinen Community-Blog, da gucke ich täglich hinein.
Bis dann
Euer Mathias









